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Noten und Medienkonsum hängen zusammen?


Prof. Pfeiffer bringt Schulleistungen in Zusammenhang mit Medienkonsum
Aufmerksam verfolgten am Dienstagmorgen die Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen der Leibnizschule den Vortrag von Prof. Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, über den Einfluss des Medienkonsums auf die Lern- und Konzentrationsfähigkeit von Schülern.
Dass er bei diesem Thema seine jugendlichen Zuhörer in seinen Bann ziehen konnte, ist nicht selbstverständlich. Doch die Zahlen sprachen für sich: Vor allem die Jungen erreichen zunehmend weniger hohe Bildungsabschlüsse und brechen öfter die Schule ab im Vergleich zu gleichaltrigen Mädchen. Dieses Ungleichgewicht wirkt sich bis in die Universitäten aus. „Heute sind zwei Drittel aller Medizinstudenten und vier Fünftel aller Psychologiestudenten weiblich“, sagt Pfeiffer. Für die allgemeinen schlechteren Leistungen macht Pfeiffer den ungleich höheren Medienkonsum und vor allem die Spielaktivität und das damit einhergehende Suchtpotenzial der Jungen verantwortlich.
 




In seinem Vortrag konnte er anschaulich darstellen, wie der Besitz von PC und Fernsehen im eigenen Zimmer einhergeht mit schlechteren Schulleistungen im Vergleich zu Schülern, die keine eigenen Geräte zur Verfügung hatten. Letztlich verschaffte sich Pfeiffer mit seinem umfassenden Wissen aus der PC-Spielewelt Respekt bei den Schülern. Vor allem die Jungen fühlten sich ertappt und die Erkenntnisse lösten auch Betroffenheit aus.
Seine einfache Feststellung, dass die emotionale Wucht von Computerspielen das erlernte Wissen überlagere und es nicht mehr abrufbar mache, vielmehr frische Luft eine lernfördernde Wirkung habe, konnte er mit eindeutigen Zahlen belegen. Genauso die Erkenntnis, dass Menschen, die mit 15-20 Jahren viel spielen, mit 30 Jahren weniger Geld verdienen als die Wenigspieler, hinterließ erstaunte Blicke. Eindringlich forderte er zum Schluss die Zuhörer auf, weniger zu spielen und fernzusehen, stattdessen mehr Kontakte aufzubauen.
Weitere Schlussfolgerungen aus den Forschungsergebnissen legte er in anderen Veranstaltungen der Leibnizschule Eltern und Lehrern nahe. Er forderte die Eltern auf, eine aktive Medienerziehung zu praktizieren, die Kontrolle und Auswahl der genutzten Medien betrifft, und legte seine klare Empfehlung dar, den Kindern keine eigenen Bildschirmgeräte in ihre Zimmer zu stellen. Eine sich aus den Forschungsergebnissen ableitende Forderung ist nach Pfeiffer auch die der Ganztagsschule, die am Nachmittag ein breites Angebot an „Lust auf Leben“ wecken sollte durch Sport, Spielen, Musik und sozialem Lernen.
Professor Dr. Christian Pfeiffer ist Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachen und scharfer Kritiker von digitalen Unterhaltungsmedien. Vor allem in Fällen von gewalttätigem Verhalten von Jugendlichen ist er öfters in den Medien präsent gewesen, zuletzt beim Amoklauf in Winnenden.
 





 
 
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