Die Theateraufführungen der NeuenSzeneLeibniz am 3. und 5. März waren ein großer Erfolg. Das Stück Biedermann und die Brandstifter hatten die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse bis Dreizehnten sich selbst ausgesucht und unter der Leitung von Astrid Nagtegaal einstudiert. Marina Zydek entwarf dazu die gelungenen Kostüme nach Ideen der Schüler und die Masken des Chores nach Vorbildern des anitken griechischen Theaters.
Im Verlauf des Stückes wuchsen die Schülerinnen und Schüler teilweise über sich hinaus. Vor allem die Rollen der Frau Biedermann, gespielt von Sophia Servatius-Mach, und die des Brandstifters Willi, gespielt von Michael Strobel, wurden mit großer Präsenz dargestellt.
Das Publikum dankte es mit großem Applaus ihnen.
Eine weitere Aufführung wird es am 16. März im Rahmen der Schultheatertage im Staatstheater geben.
Zum Inhalt „Biedermann und die Brandstifter“:
Nicht mit brachialer Gewalt eines Einbrechers, sondern durch Schmeicheleien, seiner Körpersprache und dem Appell an „Menschlichkeit“ verschafft sich der arbeitslose Schwergewichtsringer Josef Schmitz Zutritt zu dem Haus des Geschäftsmannes Gottlieb Biedermann. Um nicht in den Ruf eines „Unmenschen“ zu gelangen, gewährt ihm dieser trotz innerer Abscheu auf dem Dachboden Asyl. Doch aus einem Brandstifter werden schnell zwei, die unbehelligt ihr Unwesen treiben können.
Zur Auswahl des Stücks:
Wie kann es sein, dass sich zwei Kriminelle ganz legal in dem Haus eines offenbar ehrenwerten Bürgers Asyl verschaffen und dort ihr Unwesen treiben können? – Indem sie moderne Waffen einsetzen: Sie sagen Dinge, die die Leute über sich h ö r e n wollen, und solche, die sie lieber überhören wollen! Auch wenn sie nichts als „die blanke und nackte Wahrheit“ sagen. `Eine Psychologie, die damals wie heute aktuell ist!´
Reizvoll war die Theater AG selbstverständlich auch die Frage, wer diese Brandstifter eigentlich sind? – Klar!? Unklar! … Arbeitslose, Obdachlose, Brandstifter, Pyromanen, Erbauer der Atombombe, politische Extremisten….!? In dieser Frage entzieht sich Max Frischs „Lehrstück ohne Lehre“ einer eindeutigen Antwort.
Doch wie passt zu einem Stück, das sich der Moderne verschrieben hat, ein griechisch-antiker Chor (bestehend aus Feuerwehrmännern), der in Daktylen spricht, seiner einstigen göttlichen Allwissenheit beraubt Vernunft und Moral symbolisiert? – Auch damit haben wir uns ausführlich beschäftigt und unsere „Lösung“ für Frischs Verfremdungseffekt gefunden.